Kommandosoldat

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Der erste GSG-9-Kommandeur Ulrich Wegener ist tot

Er hatte zwar wenig mit der Bundeswehr zu tun, prägte aber die Ausbildung von Spezieleinheiten, vor allem die der GSG-9, in Deutschland maßgeblich mit. Ulrich Wegener, der frühere Chef der Bundespolizei-Spezialeinheit GSG 9, ist im Alter von 88 Jahren gestorben.

Seine Polizeilaufbahn begann 1952 bei der Bereitschaftspolizei des Landes Baden-Württemberg als Polizeiwachtmeister auf Probe. Aufgrund mangelnder Aufstiegschancen bewarb sich Wegener parallel für die Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr und dem Bundesgrenzschutz. Er entschied sich nach bestandenen Aufnahmeprüfungen für den BGS, in den er 1958 eintrat. Nach dem Besuch der Offizierschule in Lübeck erfolgte 1959 die Beförderung zum Leutnant i. BGS. Später war er Hundertschaftsführer der 15./GSG 2 (15. Hundertschaft der Grenzschutzgruppe 2) in Coburg (Bayern), danach diente er bei der NATO und später Verbindungsoffizier des BGS beim Bundesministerium des Innern, bevor er ab dem 26. September 1972 vom damaligen Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) als Kommandeur mit der Aufstellung der Grenzschutzgruppe 9 betraut wurde.

Unter der Führung von Wegener befreite die im September 1972 gegründete Anti-Terror-Spezialeinheit GSG 9 in der Nacht zum 18. Oktober 1977 die zuvor am 13. Oktober auf dem Flug von Palma de Mallorca nach Frankfurt am Main von vier palästinensischen Terroristen entführte Lufthansa-Maschine „Landshut“.

Die Entführer wollten mit der Flugzeugentführung auf dem Höhepunkt des „Deutschen Herbstes“ in Deutschland inhaftierte Terroristen der Rote-Armee-Fraktion (RAF) freipressen. Bei der Befreiungsaktion auf dem Flughafen der somalischen Hauptstadt Mogadischu gelang es der GSG 9 unter der Einsatzleitung Wegeners, alle Geiseln (darunter 86 Passagiere) unverletzt zu befreien. Die Geiselbefreiung brachte der GSG-9 weltweiten Ruhm und Anerkennung.

Bundesinnenminister Werner Maihofer (l) legt am 20.10.1977 dem Kommandeur der Bundesgrenzschutz-Sondereinheit GSG 9, Oberst Ulrich Wegener, das Große Bundesverdienstkreuz am Bande um den Hals. In einer Feierstunde wurden am 20. Oktober 1977 in Bonn Mitgliedern der GSG 9 für ihren Einsatz während der Landshut-Entführung mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die am 13.10.1977 von vier Terroristen entführte Lufthansa-Maschine mit über 80 Urlaubern an Bord war fünf Tage später von Angehörigen der GSG 9 in Mogadischu (Ostafrika) gestürmt und die Geiseln befreit worden.

Wegener erhielt für die erfolgreiche Beendigung das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 1979 gab er das Kommando über die Einheit ab und wurde zum Kommandeur des Grenzschutzkommandos West (Kommandeur im BGS) ernannt.

Auch nach seiner Pensionierung war Wegener als Berater beim Aufbau zahlreicher Sondereinheiten anderer Länder aktiv. Ullrich Wegener war verwitwet und Vater von zwei erwachsenen Töchtern.

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