Den Spezialkräften der Bundeswehr steht neben der standardmäßigen Ausrüstung der Bundeswehr noch ein großer Pool an speziellen Waffen, Gerätschaften und Fahrzeugen zur Verfügung. Diese zusätzliche Ausrüstung benötigen die Soldaten um ihren Einsatz ausführen zu können.

Unterwasserkampf Pistole HK P11
Über die HK P11 ist wenig Material veröffentlicht worden. Die maximale Kampfentfernung liegt allerdings bei 10-15m unter Wasser, über Wasser etwas über 30 Meter. Die Durchschlagskraft der Waffe reicht aus um die erste Wand eines Atemluftbehälters zu durchschlagen. Die Waffe verfügt über fünf Läufe die mit dem Kaliber 7,62 x 36 mm Pfeilmunition gefüllt sind. Mal eben schnell nachladen geht daher leider auch nicht, zum Nachladen muss das Laufbündel zum Hersteller zurückgeschickt werden.
Der Vorteil der Waffe ist die Pfeilmunition, zwar lassen sich moderne Waffen auch unter Wasser abfeuern (ohne dabei Schaden zu nehmen), aber durch die deutlich höhere Dichte von Wasser (etwa 800 mal dichter als Luft) verlieren die abgeschossenen Kugeln nach relativ kurzer Distanz ihre Energie.

Pistole P8C (P8 Combat)

HK MP5SD
Die Soldaten der verschiedenen Spezialkräfte der Bundeswehr können auf die bewährte HK MP5SD zurückgreifen. Die Variante MP5SD (SD für schallgedämpft) verfügt über einen besonderen Lauf mit integriertem Schalldämpfer. Zudem ist das Verschießen von Überschallmunition möglich, was sie von vielen anderen schallgedämpften Waffen auf dem Weltmarkt unterscheidet.

In der breiten Öffentlichkeit wurde die MP5 durch die Geiselbefreiung am 5. Mai 1980 in London bekannt. Angehörige des britischen SAS befreiten bei der Operation Nimrod in der iranischen Botschaft 19 Geiseln aus der Hand von sechs Terroristen, von denen fünf getötet wurden. Über die weltweite Live-Übertragung der Aktion im Fernsehen schrieb eine Fachzeitschrift: „Heckler & Koch hätte sich keinen besseren Werbefilm wünschen können, zumal die MP5 bereits bei der GSG-9-Aktion in Mogadischu drei Jahre zuvor Meriten erworben hatte.“

MP7 (PDW)
Die MP7 von Heckler & Koch nutzt das Kaliber 4,6×30 mm und soll die in die Jahre gekommene MP5 nach und nach ersetzen. Sowohl die HK MP5SD, als auch die MP7 durchschlagen alle gängigen beschusshemmenden Westen und ist daher von Vorteil im Einsatz.

In der Bundeswehr werden Truppenteile allgemein mit der MP7 ausgestattet, die im Regelfall in keine infanteristischen Kampfhandlungen verwickelt werden. Dies sind beispielsweise Truppenteile wie die Versorger, Sanitäter, (Luft-) Fahrzeugbesatzungen oder Artilleristen.

Das Sturmgewehr G36

1996 wurde das KSK als erste Einheit der Bundeswehr mit dem damals neuen Sturmgewehr G36 ausgerüstet, einschließlich der folgenden Modifikationen und Erweiterungen AG36-Granatwerfer, der unter den Lauf des Gewehres montiert werden kann, G36KA1 und G36KA2. Das von Heckler & Koch gebaute Sturmgewehr nutzt das Kaliber 5,56 x 45 mm. Seit 2005 haben die Kommandotrupps auch das verkürzte G36C in ihrem Arsenal.

Das Schnellfeuergewehr G3
Aber auch das HK G3 wird noch verwendet. Es wird vor allem als G3 DMR von den Zielfernrohrschützentrupps der Bundeswehr eingesetzt.

Das Sturmgewehr G38
Das HK416 ist ein Sturmgewehr im Kaliber 5,56 × 45 mm. Das Kommando Spezialkräfte (KSK) nutzt das Gewehr unter der Bezeichnung G95. Die Entwicklung und die Erprobung des Sturmgewehrs fanden in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Spezialeinheit Delta Force statt. Es ist ein Favorit als Nachfolger des G36 bei der Bundeswehr.

Das Sturmgewehr G27
Das G27 stammt ebenfalls von Heckler & Koch und trägt den offiziellen Namen HK417. Bei der Bundeswehr ist es als G27 eingeführt und ist mit dem Kaliber 7,62 × 51 mm NATO die stärkere Version des HK416 – in der Bundeswehr als G38 bekannt.

Scharfschützengewehr G22

Für die Bekämpfung von Zielen bis zu 800m kommt das Scharfschützengewehr G22 zum Einsatz. Für den Einsatz des G22 kann eine variable Vergrößerung (3- bis 12-fach) genutzt werden. Für die Bedienung werden zwei Soldaten benötigt, einer als Schütze, der andere als „Spotter“. Durch die einklappbare Schuterstütze kann man die Waffe auf 99cm verkürzen. In der Schulterstütze befindet sich desweiteren ein Erdsporn für eine stabile 3-Punktauflage. Seit 1997 wird die Bundeswehr von der britischen Firma Accuracy International Ltd. geliefert.

Scharfschützengewehr G29
Das G29 ist das Scharfschützengewehr mittlerer Reichweite der Bundeswehr. Es wird vom deutschen Hersteller C. G. Haenel in Suhl hergestellt und soll beim KSK und KSM das G22 ablösen. In der zivilen Version wird das Gewehr als „Haenel RS9“ bezeichnet. Der Auftrag für das G29 wurde 2014 von der Bundeswehr ausgeschrieben, Haenel erhielt im Februar 2016 den Zuschlag und liefert in einem ersten Los 115 Waffen an die Spezialkräfte. Das Mehrlader-Repetiergewehr nutzt das Kaliber 8,6 × 70 mm. Das G29 kann zusätzlich mit einem Nachtsichtvorsatz (NSV) 80 bestückt werden.

Scharfschützengewehr G82
Bei den Spezialkräften ebenfalls im Gebrauch ist das M107 von Heckler & Koch. In der Bundeswehr wird es als G82 geführt und ist zugleich mit 12,7 × 99 mm (.50BMG) die größte Infanteriewaffenkaliber innerhalb der Streitkräfte. Normalerweise wird dieses Kaliber nur von schweren Maschinengewehren wie dem US-M2HB verschossen. Das Gewehr kann Ziele mit einer effektiven Einsatzreichweite von 1.800 Metern bekämpfen und kann auch „harte Ziele“, wie Radarschüsseln und -antennen, Kommunikationseinrichtungen und Raketenstellungen (Schuss direkt auf den Flugkörper), ausschalten. Bei näherer Entfernung können auch Personen hinter Mauerwerk durch die Deckung bekämpft werden.

Maschinengewehr MG3
Das Maschinengewehr MG3 ist die Weiterentwicklung des deutschen Maschinengewehrs MG42 aus dem Zweiten Weltkrieg und seit 1969 im Einsatz der Bundeswehr. Das Maschinengewehr ist vor allem für seine Robustheit bekannt. Das Gewehr hat eine theoretische Kadenz von 1200 Schuss / Minute und verschießt dabei Munition im NATO-Kaliber 7,62 × 51 mm. In der Praxis sind es 300 Schuss pro Minute – da das Rohr bei Dauerfeuer von 1200, bzw 1500 Schuss überhitzen würde.

Maschinengewehr MG4
Maschinengewehr MG4 ist die moderne Variante des MG3. Im Gegensatz zu seinem „großen Bruder“ dem MG3 nutzt das Maschinengewehr das kleinere Kaliber 5,56 x 36 mm. Es wurde im Rahmen des IdZ-Programms (Infanterist der Zukunft) von Heckler & Koch entwickelt und wird wegen des im Vergleich zum MG3 geringeren Gewichts als Ergänzung zum MG3 genutzt. Die Waffe wird bei der Bundeswehr noch nicht innerhalb des gewöhnlichen Ausbildungs- und Einsatzbetriebs verwendet.

Vorderschaftrepetierflinten Typ Remington 870
Die Vorderschaftrepetierflinten vom Typ Remington 870 wird vor allem im infanteristischen Häuserkampf verwendet. Die Remington 870 wird je nach Munitionstyp auch zum Öffnen von Türen und Wänden genutzt. Neben dem KSK, den Kampfschwimmern nutzen auch die Feldjäger das Gewehr.