Vier deutsche Staatsbürger wurden entführt und das Kommando Spezialkräfte muss die Geiseln aufspüren und befreien. Dafür wird im Gefechtsstand zunächst ein Lageplan erstellt und eine Zugriffstaktik festgelegt. Das ist der grobe Rahmen der Übung „Black Star“. Während der größten Übung westlicher Spezialkräfte in Nordeuropa: Bei der Übung Night Hawk haben mehrere Hundert Soldaten aus Deutschland und anderen NATO-Staaten vor Kurzem mit zahlreichen Hubschraubern und mehreren Flugzeugen vom Typ Osprey in Dänemark den Einsatz in einer Spezialoperation geübt. Das Kommando Spezialkräfte (KSK) aus Calw war mit der eigenen Übung Black Star in die Großübung eingebunden.

Die Bundeswehr-Exklusive Reihe zeigt nun, nach dem Training für die Unterstützungskräfte des KSK im Dschungel, einen einmaligen Einblick in eine Übung internationaler Spezialkräfte. Wir haben hier den ersten Teil der Serie für euch.

Alles rund um die Übung Black Star XVII und Night Hawk in einer Meldung von deutschesheer.de

Ziel ist die Befreiung deutscher Geiseln

Das Kommando Spezialkräfte übte Einsatzverfahren der Geiselbefreiung mit dem Ziel, die eigenen Fähigkeiten stetig zu verbessern, die Zusammenarbeit innerhalb der Bundeswehr zu intensivieren und ressortübergreifend mit zivilen Dienststellen zusammenzuarbeiten.

In Hanstholm, einem kleinen Ort etwa 70 Kilometer von Aalborg entfernt, ist das Kommando Spezialkräfte unterwegs zu einer Festnahme-Operation im Täterumfeld. Hintergrund ist eine Geiselnahme deutscher Staatsbürger.

Der stürmische Wind vor der dänischen Küste wird von Rotorengeräuschen durchschnitten. In der untergehenden Sonne werden am Horizont die Schatten von mehreren Hubschraubern sichtbar. Nach der Landung nähern sich die Kräfte des Kommandos Spezialkräfte dem Objekt, einem alten Bunker in Küstennähe, um dort nach Hinweisen nationaler Sicherheitsbehörden aufgeklärte Personen festzusetzen und so Erkenntnisse zum Aufenthaltsort der Geiseln zu erlangen.

„Der Bunker wurde genommen“

„Wir sind unserem Ziel, die Geiseln zu befreien, ein deutliches Stück näher gekommen. Das Objekt wurde genommen, der Feind bekämpft und drei Personen festgesetzt“, so ein Einheitsführer im Anschluss. Jetzt können die vorgefundenen Spuren ausgewertet und die festgesetzten Personen befragt werden. So kann der Aufenthaltsort der Geiseln näher eingrenzt werden. Die Zeit drängt, das Leben der Geiseln hat höchste Priorität.

Sechs Geiselnehmer werden ausgeschaltet

Die Mühe zahlt sich aus: Aufgrund der Erkenntnisse aus den Befragungen und weiterer Spuren wird unweit von Hanstholm ein zweistöckiges Wohnhaus identifiziert, in dem die Geiseln mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit festgehalten werden. Noch in der Nacht werden die Kommandosoldaten von Hubschraubern des Typs H-145 M LUH SOF des Hubschraubergeschwaders 64 in ausreichender Entfernung zum Einsatzort abgesetzt. Unentdeckt erreichen die Soldaten das Haus und dringen ein. Jetzt geht alles ganz schnell. Sechs Geiselnehmer werden ausgeschaltet, mehrere unbekannte Personen vorläufig festgesetzt und die Geiseln befreit. Mit dem ersten Schusswechsel fliegen zwei Hubschrauber vom Typ CH-53 mit Kräften mit erweiterter Grundbefähigung als Verstärkung zum Einsatzort, um das Gebiet abzusichern und ein zweites Haus, in dem sich weitere Geiselnehmer und ein Maschinengewehrnest befinden, zu nehmen. Zum Ende der Übung werden alle Ziele erreicht: Auftrag ausgeführt!

Der Schutz der Zivilbevölkerung hat oberste Priorität

Der Kommandeur des KSK, Oberst Markus Kreitmayr, befindet sich als Kommandeur des Einsatzverbandes während der gesamten Großübung vor Ort. Sein Fazit: „Das Leben der Geiseln und der Schutz der Zivilbevölkerung haben oberste Priorität. Aus diesem Grund brauchen wir Profis, die sehr gut ausgebildet, körperlich fit und mental belastbar sind. Durch solche Übungen halten wir die Professionalität hoch und perfektionieren unser Zusammenwirken im Verband.“